| Kirchenkonzert Karl-Pfaff-Gau |
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Kirchheim. War es das schlechte Wetter, das
so viele Menschen in die Martinskirche brachte, oder das abwechslungsreiche
Programm, das angeboten wurde? HEIDE BRÖSAMLEN Die Kirche war jedenfalls gut besucht, und die Gäste wurden überrascht mit einem Konzert vom Feinsten, veranstaltet von acht Chören aus dem Karl-Pfaff-Gau im Rahmen der achten Gauchortage. Ungefähr 170 Chöre sind im Karl-Pfaff-Gau organisiert, acht davon wirkten beim Abschlusskonzert in der Martinskirche mit. Da gab es einen reinen Männerchor aus Mettingen, traditionelle Gemischte Chöre aus Zizishausen, Owen, Ohmden und Jesingen, und dann noch die Jungen Chöre, die durchweg begeisterten und die hoffen lassen, dass der Chorgesang noch lange nicht untergeht.
Der Gemischte Chor der Eintracht Jesingen überzeugte mit zwei Motetten des zeitgenössischen Kirchenmusikers Karl-Peter Chilla. Unter dem Dirigenten Christian Vogt gelang es, Phrasierungen samt Dynamik in feiner Weise hervorzuheben, gepaart mit hoher Textverständlichkeit. Mit Isabel Arnold, Preisträgerin von „Jugend musiziert" (Sopransolo), hatte der Kirchheimer Liederkranz in Kooperation mit dem Esslinger Liederkranz einen musikalischen Leckerbissen bereit. Strahlend erklang Mozarts „Laudate Dominum" in der Martinskirche und berührte die Herzen der Zuhörer.
„Laudate omnes gentes" singend, bewegten sich die Sängerinnen und Sänger von „Leo Cantabile" nach vorne zum Altarraum. Bewegung brachten sie auch immer wieder zwischen ihren Vorträgen, indem sie sich jeweils neu aufstellten. Mit viel Strahlkraft und Freude trugen sie „Kyrie" und „Gloria" vor - eigene Kompositionen ihres Dirigenten - und sangen sich in die Herzen der Zuschauer. Die Vielfalt und Qualität der Beiträge, die dieses Konzert prägten, konnte auch Skeptiker überzeugen, dass der Chorgesang, der schon totgesagt wurde, wieder lebt. Gerade die Buntheit der Chöre stellt eine Chance dar, dass Jung und Alt den Chorgesang pflegen können, mal gemeinsam, mal getrennt, mal klassisch, mal modern. |
Abwechslungsreich waren außer der musikalischen
Bandbreite auch die Darbietungsformen. So sang der Gemischte Chor des
Liederkranzes Owen unter der Leitung von Jan Röck vorne im Altarraum der
Martinskirche. Gleichzeitig war der Junge Chor „Chilli Chor Carne" (Leiter
Tobias Schmid) auf der Empore im hinteren Teil platziert. Die Dirigenten
verstanden es, beide Chöre zu einer harmonischen Einheit zusammenzuführen,
sodass die Kirche mit wahrlich „himmlischem" Klang erfüllt war.
Die Liederlust Ohmden ließ sich zuerst bei
zwei von Bertram Schattel arrangierten und dirigierten Stücken von Monika
Grohmer an der Orgel begleiten. Dann wurden die Zuhörer überrascht durch die
gewaltige Stimme von Bertram Schattel, der einleitete zum afrikanischen Song
„Yakanaka Vhangerie" von Henry Millsby und zum Gospel „Siyahamba". Es war eine
Freude, dem Chor zuzuhören.
Die musikalische Entdeckung des Abends waren
aber die Jungen Chöre. Der „Chilli Chor Carne" aus Owen hatte zuvor schon eine
anspruchsvolle Kostprobe gegeben mit „Öffne meine Augen" von John Rutter. Nun
trat zum ersten Mal vor Publikum ein Ensemble der „Happy Voices" auf: zwölf
junge Leute, alle begabt mit sehr schönen Stimmen. Ob klassisch wie bei „Selig,
die in dem Herrn sterben" von Brahms oder modern wie mit „Meditation" von
Booker, sie zogen ihre Zuhörer völlig in ihren Bann. Dirigiert wurden sie
„unsichtbar" von Robert Kast, der sitzend, von der ersten Bank aus, das
Ensemble leitete.